Claudia Freyer / Illustratorin & Schriftstellerin
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Wie ich wurde, was ich bin


Kindergartenneurose

Ich wurde 1966 in Papenburg geboren. Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich damit, mit meinem Teddy Mutter Lieschen zu spielen, meine Buntstifte auf Stummelgröße herunterzuzeichnen und bei Lassie Handtücher durchzuheulen. Eine glückliche Zeit also. Das änderte sich, als ich mit drei Jahren in den Kindergarten kam. Die mir von meiner Mutter angepriesene neue Welt entpuppte sich als regelrechter Alptraum. Plötzlich war ich umzingelt von Kindern. Kinder, die so laut waren, das mir der Kopf dröhnte. Die mich durch die Gegend schubsten. Die mir Sand ins Gesicht warfen und sich nicht im geringsten darum scherten, was ich davon hielt.
Ich wollte nicht dort sein. Nein. Auf keinen Fall.
Dummerweise interessierte das niemanden. Die Erzieherinnen erklärten meiner Mutter, ich würde mich schon eingewöhnen. Tat ich aber nicht. Stattdessen machte ich etwas viel Klügeres: Ich wurde krank. Jetzt war ich gerettet. Die Tage mit Mutter Lieschen, meinen Buntstiften und Lassie hatten mich wieder. Doch trotz meiner heimlichen Gebete zum lieben Gott, mich nicht wieder gesund werden zu lassen, war meine Erkältung irgenwann vorbei und ich musste zurück in die Hölle. Jetzt begann alles von vorne: Ich heulte, trieb die Erzieherinnen in die Verzweiflung ... und wurde krank.
So ging das ein paar Monate: Hölle, Heulen, Krank. Hölle, Heulen, Krank. Hölle, Heulen, Krank.
Bis meine Mutter aufgab und ich zu Hause bleiben durfte. Schlagartig verflog meine Kindergartenneurose. Meine Tage bestanden wieder aus der Dreieinigkeit von Mutter Lieschen, Buntstiften und Lassie. Ich war glücklich.
Was ich davon zurückbehalten habe? Das Wissen, dass ich irgendwie anders bin. Aber das ist mir egal. Solange ich nur nicht zurück in die Hölle muss.

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Mit Mutter Lieschen fing alles an

Meine erste große Liebe hieß Mutter Lieschen und war ein Teddybär mit Sägemehlfüllung. ML war die perfekte Zuhörerin. Egal, was ich ihr auch für Geschichten erzählte, sie nickte nur weise mit dem Kopf und strahlte mich aus ihren braunen Knopfaugen freundlich an. Die ersten Höhenflüge meiner Fantasie erlebte ich mit ihr und durch sie. Doch das Leben kann grausam sein, und so kam es, wie es kommen musste: ML landete in der Waschmaschine. »Kind, sie ist soooo schmutzig!« Das war das Ende von ML. Sie starb zwischen Handtüchern und Unterwäsche, eingehüllt in Seifenschaum und durchdrungen von Wasser, das ihre Sägemehlglieder aufquellen und platzen ließ. Als Zombie fiel sie mir nach dem Aufklappen des Bullauges in die Arme.
Mein Schmerz kannte keine Grenzen. Zweimal warf ich ML in die Mülltonne, zweimal holte ich sie wieder daraus hervor. Nach dem dritten Mal kam die Müllabfuhr und das Drama hatte ein Ende.
Meine Mutter, die ihren Verrat an ML bereits bitter bereute, sorgte für Ersatz. Ein neuer Teddy zog bald bei uns ein. Doch es klappte nicht mit ihm. Zwar war er weich und plüschig und brummte, aber er war eben nicht Mutter Lieschen. Ich weigerte mich, dem Fremdling einen Namen zu geben
Irgendwann hatte meine Mutter ein Einsehen und versuchte es mit aktiver Wiedergutmachung: Sie nähte mir einen Hund aus ihrer alten Fellmütze. Wuschi. Ich liebte ihn vom ersten Augenblick an. Es war, als sei die Seele von ML in diesen Hund gewandert. Und das Beste: Wuschi konnte man waschen, ohne dass er auseinander fiel.
Wuschi blieb viele Jahre bei mir und hörte meinen Geschichten zu, bis er sich eines kalten Wintertags an einer Autobahnraststätte auf den Weg machte zu neuern Ufern. Wahrscheinlich dachte er, ich sei mit meinen fünfzehn Jahre zu alt für ihn.

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Karlinchen, die fliegende Schildkröte

Ich fand Karlinchen im Sommer ‘73. Sie saß mitten auf der Straße und wäre beinahe überfahren worden. Natürlich nahm ich sie mit nach Hause, eine Schildkröte findet man schließlich nicht alle Tage. Meine Mutter ließ einen entnervten Seufzer hören, als ich ihr Karlinchen entgegenstreckte. Was ich überhaupt nicht verstehen konnte. Immerhin hatte ich dieses Mal weder eine Katze angeschleppt noch irgendwelche Käfer oder tote Igel. Außerdem brauchte Josefinchen, unser Zwergkanichen, dringend Gesellschaft. Also sorgte ich dafür, dass wir Karlinchen adoptierten. Sie bekam eine Kiste mit Sand, viel Grünzeug zum Fressen und durfte auf dem Balkon unserer Mietwohnung frei herumkriechen. In weiser Voraussicht bohrte ihr mein Vater ein kleines Loch in den Panzer und seilte sie an.
Karlinchen war eine echte Schönheit. Das kontrastreiche Muster ihres Panzers besaß grafische Qualitäten, die sich mir intuitiv erschlossen. Schon das schwarz-weiße Schachbrettmuster unseres ehemaligen Badezimmerfußbodens hatte mich nachhaltig beeindruckt. Also zeichnete ich Karlinchen. Wieder und wieder. Zeichnen war, neben dem Sich-Geschichten-Ausdenken, meine Lieblingsbeschäftigung seit ich mich erinnern konnte. Mit Karlinchen entdeckte ich nun, dass nicht nur die Fantasie, sonder auch die Natur wunderbare Motive liefert.

karlinchen
Karlinchen, 1975

Karlinchen war eine ausgesprochen unternehmungslustige Schildkröte. Als wüsste sie, dass ihr nichts passieren konnte, machte sie sich einen Sport daraus, den Balkonrand samt Regenrinne zu überwinden und kopfüber in die Tiefe zu stürzen. Wo sie dann gemächlich hin und her schaukelte. Regelmäßig zogen wir sie an der Schnur wieder nach oben. Was wohl in Karlinchens Kopf vor sich ging, wenn sie alle Hindernisse hinter sich ließ und gen Erdboden sauste? Vielleicht so etwas: »Ich fliiiiiege! Ich bin die erste Schildkröte, die fliiiiegen kann!« Ich versuchte mir vorzustellen, wie es war, das Fliegen. Ich träumte jetzt nachts häufig davon. Und auf einmal verstand ich Karlinchen.
Drei Jahre lang verfeinerte Karlinchen unter unserer Obhut ihre Flugfähigkeiten. Doch dann trat sie einen ganz anderen, endgültigen Flug an, von dem wir sie nicht zurückholen konnten. Im Herbst vergrub sie sich ordnungsgemäß in ihrer Sandkiste, die während der Winterzeit auf dem ungeheizten Dachboden aufbewahrt wurde, ganz so, wie Schildkröten es mögen. Doch als im Frühjahr die Sonne wieder warm schien, grub sie sich nicht mehr aus. Karlinchen, die fliegende Schildkröte, war für immer von uns gegangen.

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The Dark Side of the Moon

Manche Schriftsteller schreiben ausschließlich über die Schattenseiten des Daseins, andere nur über deren lichte Oberfläche, wieder andere liegen mit ihren Werken dazwischen. Aber wie kommt es dazu? Was macht einen Autor zu dem, was er ist? Die Erfahrungen sind’s, sagen die einen. Nein, die Lebensumstände, entgegnen die anderen. Demnach müsste ein begnadeter Krimiautor eine psychopathische Ader besitzen oder in einem prekären Umfeld leben. Na ja. Erfahrungen und Lebensumstände können Einfluss nehmen und tun dies auch häufig, müssen es aber nicht. Viel wichtiger sind die inneren Erfahrungen.
Als ich zwölf war, bekam ich eine Lungenendzündung. Plötzlich hatte ich sehr viel Zeit. Also tat ich, was ich immer tat: ich dachte mir Geschichten aus oder zeichnete, so gut das im Bett eben ging. Aber auf diese Weise den Tag zu verbringen, wurde mir spätestens nach einer Woche langweilig. Das Problem löste ich, indem ich zu lesen begann. Erst Kinderbücher. Dann Erwachsenenbücher. Schließlich zog ich mir einen Band mit Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe aus dem Regal meiner Eltern.
Rückblickend war dies der Moment, der alles veränderte. Ich hatte keine Ahnung, wer Edgar Allan Poe war, was Fantastik bedeutete oder Nonkonformismus. Aber ich verstand, dass hier jemand schrieb, der tiefer grub als andere und sich mit Dingen beschäftigte, die hinter der Oberfläche lagen. Ich war hingerissen — im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Universum an Möglichkeiten tat sich vor mir auf. Ich bekam Antworten auf Fragen, die ich nie zu stellen gewagt hatte, aber die mir jetzt, wo ich sie kannte, ganz natürlich erschienen. Kopfüber stürzte ich mich ins Abenteuer.
Ich verschlang alles, was ich von Poe finden konnte. Auf der Suche nach ähnlichen Geschichten wühlte ich mich durch die Weltliteratur. Erst las ich Victor Hugos Der Glöckner von Notre Dame, dann Charles Dickens Eine Weichnachtsgeschichte, später Oscar Wilds Das Bildnis des Dorian Gray. Mein Denken veränderte sich, in meinem Kopf entstanden haufenweise neue Geschichten, andersartige Geschichten, bösartige Geschichten. Sie randalierten, wurden lauter und lauter und pusteten sich zu riesigen Gedankenblasen auf. Wenn ich nicht wie ein aufgepumpter Frosch enden wollte — peng —, musste etwas geschehen. Also begann ich zu schreiben. Das war sie, die Rettung. Schreiben wurde mein Überlaufventil.
Manchmal sind es eben die inneren Erfahrungen, die aus einem fantasiebegabten Leser einen Autor machen.

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Mein Freund, das Lexikon

Die Schule war für mich lange Zeit ein überaus heftig sprudelnder Quell der Niederlage. Mein erstes Diktat in der fünften Klasse strotzte so von Fehlern, dass der Text bereits aus der Ferne rot leuchtete. Das Fach Mathematik war eigens dafür erfunden worden, mir das Leben schwer zu machen. Und in Englisch verstand ich nie, warum bestimmte Laute anders geschrieben wurden als im Deutschen. Ich konnte zwar zeichnen, aber sonst konnte ich fast nichts.
Ab der achten Klasse allerdings konnte ich dann auch Schreiben. Und wie. Meine Aufsätze fanden sich jetzt stets auf der Shortlist der besten Arbeiten. Das viele Sich-Gedanken-Machen hatte auch auf andere Fächer Einfluss. Der Quelle der Niederlage wurde zu einem dünnen Rinnsal.
Möglichkeiten zum Nachdenken fand ich immer, zu Hause tanzte nicht gerade der Bär. Mein einziger Bruder war dreizehn Jahre jünger als ich und schied damit als Ansprechpartner aus, meine beste Freundin sah ich außerhalb der Schule eher selten, da sie etwas entfernt wohnte. Also machte ich mir Gedanken. Schrieb. Las. Und machte mir noch mehr Gedanken. Doch das viele Denken warf Fragen auf, die mir niemand beantworten konnte. Manche Themen interessierten mich so, dass ich mehr über sie wissen wollte. In Ermangelung von Wikipedia nahm ich das Lexikon meiner Eltern zur Hand. Dummerweise war das Werk schon sehr alt, sein Inhalt somit nicht gerade up to date. Deshalb wünschte ich mir bald ein modernes Nachschlagewerk. Und bekam von meinen Eltern die neuste Ausgabe von Meyers Standardlexikon in einem Band. Immerhin.
Anfangs schlug ich nur Dinge nach, die ich nicht wusste. Irgendwann las ich auch die Einträge rings um den, der mich interessierte. Und schließlich ackerte ich das ganze Ding von A bis Z durch. Die Sachen, die ich besonders spannend fand, schrieb ich mir auf.
Als ich meiner Freundin von meiner Lektüre erzählte, erklärte sie mich für verrückt. Vermutlich war ich das auch, irgendwie. Meyers Standardlexikon jedenfalls blieb jahrelang mein treuer Begleiter, bis es durch das Internet abgelöst wurde. Erst vor kurzem habe ich das zerfledderte Ding mit wehem Herzen der Altpapiertonne zugeführt.

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Zu einfach

Nach dem Abitur wollte ich Grafik-Design studieren, weil ich hoffte, als Gestalter meine Kreativität ausleben zu können, ohne dabei zu verhungern. Zwar musste ich eine Aufnahmeprüfung bestehen, um an einer FH studieren zu dürfen, aber das sollte bei meiner Begabung kein Problem sein. Dachte ich. Fleißig stellte ich noch während der Abiturprüfungszeit eine Mappe mit Arbeiten zusammen und schickte sie nach Köln an die FH.
Ich fiel durch.
Wieso? Das sagte mir keiner. Frustriert beschloss ich, im nächsten Frühjahr einen zweiten Versuch zu unternehmen. Die Wartezeit überbrückte ich mit einem Praktikum, das ich ohnehin für das Studium brauchte. Als die neue Prüfungsrunde startete, bewarb ich mich mit einer Mappe, deren Zeichnungen ich während meiner Freizeit extra für diesen Zweck angefertigt hatte. Ich lieferte sehr viele sehr künstlerische und in sich geschlossene Arbeiten ab. Ich war fest davon überzeugt, dass es dieses Mal klappen würde.
Ich fiel durch.
Jetzt war ich fix und fertig. Was sollte ich tun? Noch ein Jahr verlieren und einen dritten Versuch starten? Und wenn der auch in die Hose ging? Aus der Not heraus schrieb ich mich in Aachen an der RWTH für Germanistik und Geschichte ein, um die Grundlagen für eine journalistische Laufbahn zu schaffen. Doch ich hatte Zweifel. Was, wenn mir der Aufstieg in den höheren Journalismus versagt blieb und ich für alle Zeit als Lokalreporterin arbeiten musste?
Ich beschloss, noch ein letztes Mal eine Aufnahmeprüfung für Grafik-Design zu machen. Denn in Aachen gab es neben der RWTH auch eine FH, die das Fach anbot.

karlinchen
Zyperngras, 1987

Ich klemmte mir meine Mappe unter den Arm und ging zur Studienberatung. Der Professor sah meine Sachen durch und grinste. »Schmeißen Sie das weg und zeichnen Sie nach der Natur. Fertige Künstler will hier keiner.« Dann marschierte er von dannen. Das war's.
Ich konnte es kaum glauben. Nach der Natur zeichnen? Das hatte ich seit Jahr und Tag getan. Und so etwas Einfaches sollte ausreichen, um die Aufnahmeprüfung zu bestehen? Ich haderte mit mir, doch dann ging ich daran, eine neue Mappe zu erstellen. Drei Wochen lang zeichnete ich wie eine Blöde. Gemüse, Pflanzen, Schneckenhäuser.
Ich bestand die Prüfung.

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Schneckeninvasion

Manchmal frage ich mich, wer in meiner Familie verrückter ist: meine Männer oder ich. So ganz eindeutig lässt sich das nicht bestimmen. Fest steht aber, dass wir alle einen Faible für Schnecken haben. Bei meinem Mann äußert sich das in Form von Schneckenelementen für Zweiwellenextruder. Schon seit Jahren konstruiert er die Dinger, die tatsächlich eine große Ähnlichkeit mit Terebridae — langgestreckten Meeresschnecken — haben. Eine Menge Patente sind so entstanden. Ich hingegen habe mich mehr auf die wirklichen Meeresschnecken bzw. ihre Kalkgehäuse kapriziert. Die sammle ich mit großer Leidenschaft. Ich besitze Gläser voll mit Wellhornschnecken, Uferschnecken, Turmschnecken, vorzugsweise selbst am Strand aufgelesen.
Bei meinem Sohn kam die Schneckenleidenschaft in der zweiten Klasse. Seine Schule lag direkt im Wald, und wenn im Frühjahr der erste warme Regen fiel, wimmelte es dort nur so vor Weinbergschnecken. Irgendwann schleppte er dann eine an. »Das ist mein neues Haustier.« Ich erinnerte mich, wie ich meiner Mutter mit meiner Tierliebe zugesetzt hatte. Käfer, Frösche, Fische, Hamster, Kaninchen, Katzen und eine Schildkröte. Was war da schon eine Schnecke. Also richtete ich zusammen mit meinem Sohn in einer durchsichtigen Plastikkiste ein Zuhause für die Schnecke ein. Die fühlte sich dort pudelwohl. Und noch wohler fühlte sie sich, als mein Sohn ein paar Tage später eine weitere Weinbergschnecke mitbrachte. »Sonst ist sie doch einsam!« Na gut. Dann eben zwei Schnecken. Eine Woche darauf kam er mit einer Strauchschnecke an. »Guck mal, ist die nicht schön?« Das Terrarium war ja groß genug. Die Strauchschnecke brauchte natürlich ebenfalls Gesellschaft. Also zog Strauchschnecke zwei bei uns ein.
Wir hegten und pflegten die Schnecken. Es schien ihnen gut zu gehen, jedenfalls fraßen sie sich durch eine Unzahl von Grünzeug. Irgendwann verschwand eine der Weinbergschnecken für mehrere Tage, dann eine der Strauchschnecken. Nanu, was war da los?
Einen Monat später wussten wir es: Duzende winziger Schnecken krochen plötzlich im Terrarium umher. Schneckenzucht hatte eigentlich nicht auf dem Plan gestanden. Aber jetzt, wo sie einmal da waren, mussten wir uns um die Kleinen wohl oder übel kümmern. Doch das war gar nicht so einfach. Immer, wenn ich das Terrarium reinigte, zerquetschte ich versehentlich einige Schneckchen. Mein Sohn war jedes Mal untröstlich. Also beschlosse ich, die Kleinen abzusammeln und in die Freiheit zu entlassen. Auch darüber war mein Sohn untröstlich. Aber er sah ein, dass wir unmöglich siebzig Schnecken halten konnten.
Die Anzahl der Schnecken schrumpfte wieder auf eine überschaubares Maß. Doch das blieb nicht lange so. Ein paar der Minischecken waren unseren Aussiedlungsbemühungen entgangen und entwickelten sich rasch zu stattlichen Exemplaren, die sich, wie die Eltern auch, mit Freude vermehrten. Im Laufe des Sommers entließen wir Hunderte von Schnecken in die Freiheit. Bis ich irgendwann die Nase voll hatte. Die Schnecken mussten weg. Mein Sohn sah das ganz anders. Doch nachdem ich ihm als Ersatz für den Verlust die Anschaffung zweier Katzen in Aussicht gestellt hatte, durfte ich alle verbliebenen Kriechtiere auf einer feuchten Wiese aussetzen.
Jetzt haben wir nur noch zwei schnurrende Vierbeiner. Und die werden sich garantiert nicht vermehren. Dafür hat der Tierarzt gesorgt.

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